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Buchproduktion, Fotoproduktion und Ausstellung:

Zwei Bewohner des Internats

"Hinter dem Palast steht auch noch ein Haus. Über das Leben von Menschen mit Behinderungen im Heim Peterhof bei St. Petersburg"

Mit dem deutsch-russischen Fotobuch „Hinter dem Palast steht noch ein Haus“ will Perspektiven e.V. Öffentlichkeit für Menschen mit Behinderungen schaffen. In Russland werden diese Menschen noch sehr ausgegrenzt und – wenn überhaupt – als kranke, bemitleidenswerte Geschöpfe wahrgenommen. Der Verein will dieser Wahrnehmung ein anderes Bild entgegen setzen, ein Bild von starken und begabten Persönlichkeiten, die mit großem Interesse und Freude kreative Angebote nutzen. Das Buch stellt einige Bewohner des Psycho-Neurologischen Internats in Peterhof vor und verleiht so den circa 1.800 anderen Menschen, die hinter diesen Mauern leben, ein Gesicht. Außerdem sollte das Engagement deutscher und russischer Leser geweckt werden, sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen.


Mädchen im Rollstuhl und Begleiter am Strand

Wie kam es zu dem Projekt?

Ein schön gemachtes Buch zu diesem Thema mit respektvollen Fotos und sensiblen Texten, in denen die Integrität der Menschen geachtet wird, gab es noch nicht.

Was empfinden Sie an dem Projekt und seiner Durchführung als besonders positiv?

Es war sehr positiv, dass sowohl der Fotograf als auch die Autorinnen das Internat in Peterhof gut kennen und das Buch nicht „über“ sondern „mit“ den beschriebenen und abgebildeten Menschen erarbeitet haben.

Welche Schwierigkeiten gab/gibt es?

Ganz schwierig war es, eine ausgewogene Darstellung der tatsächlichen Lebensumstände im Internat wiederzugeben. Die dort arbeitenden Menschen sollten nicht beleidigt oder verurteilt, die tristen Verhältnisse aber auch nicht beschönigt werden.

Was hat sich vor Ort durch ihr Projekt verändert?

Die Fotoausstellung und Präsentation des Buches in St. Petersburg in einer Galerie im Zentrum hat unter anderem dazu geführt, dass sich sehr gute freiwillige Helfer bei uns gemeldet haben.

Würden Sie anderen Organisationen raten, sich auch in Osteuropa zu engagieren?

Wir sind der festen Überzeugung, dass Hilfe sowohl im Bereich von Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Fortbildungen als auch materielle Unterstützung weiter gebraucht wird.

Die Fragen beantwortete Margarete von der Borch, Gründungsmitglied von Perspektiven e.V.


Junger Mann beim Abschleifen einer Holzfigur

Weitere Informationen:

Aktion Mensch

Heinemannstr. 36
53175 Bonn
Tel: 0228/2092 - 5272
E-Mail: bianca.franke@aktion-mensch.de

Zum Projekt:

http://www.perspektiven-verein.de